Ein Highlight nach dem Andern auf Spitzbergen

600 402 Elena Stautzebach

Nach der zweitägigen Überfahrt und einem kurzen Zwischenstopp in Longyearbyen sind wir wieder bereit für neue Abenteuer, diesmal an der Westküste von Spitsbergen. Unser erster Halt ist in Skansbukta, in der noch ein alter Eingang und Reste einer Eisenbahnschiene an die frühere Minentätigkeit erinnert. Die anschließende Zodiac-Fahrt führt uns zu den Papageitauchern, die über unsere Köpfe fliegen und auch öfter direkt vor unseren Booten am Wasser landen. Der bunte Schnabel fasziniert uns und wir versuchen die Begegnungen mit unseren Fotoapparaten festzuhalten. Gar nicht so einfach von einem sich ständig bewegenden Boot!

An den darauffolgenden Tagen jagt ein Highlight das andere. Während einer Zodiac-Fahrt entlang des Gletschers Nordenskiöldbreen in der Nähe von Brucebyen sichten wir unseren insgesamt vierten Eisbären. Wir können ihn beim Gehen, Fressen und anschliessend beim Schlafen beobachten, im Hintergrund die traumhafte Kulisse des enormen Gletschers. Wir können unser Glück kaum fassen.
Mehrere Wanderungen und Besuche von Vogelfelsen stehen auch noch auf dem Plan, sogar Rentiere können wir noch beobachten.
Eine Zodiacfahrt vor dem kalbenden Gletscher Lilliehöökbreen bleibt uns allen in Erinnerung. Immer wieder fallen massive Eisstücke ins Wasser, die Geräusche des knackenden Eises sind atemberaubend. Eine Bartrobbe hat es sich auf einem der kleineren Eisberge gemütlich gemacht und lässt sich von der Präsenz der vielen Booten nicht stören.
Nach der Rückkehr auf die MV Sea Spirit findet endlich der langersehnte Polar Plunge statt, und das in dieser Gletscherkulisse. Das Team gibt jedem Gast die Möglichkeit, ins kalte Wasser zu springen – im wahrsten Sinne des Wortes: Das Wasser hat nur 4°C, trotzdem wollen sich einige diese einmalige Möglichkeit nicht entgehen lassen und das kalte Wasser spüren. Der Applaus ist bei jedem einzelnen gross, viele Gäste haben sich auf den oberen Decks versammelt, um die Mutigen anzufeuern und zumindest passiv an dem Spektakel teilzunehmen. Die wagemutigen Schwimmer werden natürlich anschliessend mit einer Urkunde belohnt und können nun stolz behaupten, dass sie sich in der Arktis ins Wasser getraut haben.
Unser letzter Tag auf der MV Sea Spirit ist angebrochen. Das gute Wetter genießen nicht nur wir, sondern auch zahlreiche Walrosse, die wir heute auf einer Insel bestaunen können. Friedlich liegen sie in der Sonne am Strand und sind somit perfekte Fotomotive. Die Stille wird nur durch die ein oder andere kleinere Attacke von einzelnen Küstenseeschwalben unterbrochen, die ihre Brutplätze verteidigen. Die Anlandung ist ein krönender Abschluss für unsere heute endende Reise. Um uns langsam wieder an die Zivilisation zu gewöhnen, machen wir auf dem Rückweg nach Longyearbyen noch einen Stopp in Barentsburg – einer russischen Minensiedlung mitten in Spitzbergen. Tatsächlich erinnern die Bauten und auch die Lebensart stark an Russland, beides wird uns während einer Führung von lokalen Guides gezeigt. Anschliessend können wir die Siedlung noch alleine erkunden, bevor wir schweren Herzens zu unserem Ausgangspunkt zurückkehren müssen.

Wir haben eine Reise voller neuer Erkenntnisse und spannender Geschichten hinter uns; wir werden wohl viele Eindrücke mit nach Hause nehmen und hoffentlich noch lange daran zurückdenken. Die unberührte Natur, die Begegnungen mit der faszinierenden Tierwelt und die Charakterstärke der Arktis war für viele ein unvergessliches Abenteuer. Wir freuen uns, dass wir diese Erlebnisse mit Ihnen teilen konnten.

 

Elena Stautzebach
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Elena Stautzebach

Elena Stautzebach studiert Naturwissenschaften, Fachrichtung Meteorologie und Gletscherkunde an den Universitäten Wien und Innsbruck. In den Wintern 2014 und 2015 überwinterte sie in der Forschungssation Neumayer III auf dem antarktischen Festland.

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