Wilder Ozean

Nach dem Passieren der Südspitze Grönlands nahm die Sea Spirit Kurs auf Island. Das Meer war wild, die Wellen drei bis vier Meter hoch. Und das den ganzen Tag. Viele Reisende, auch der Schreibende, kämpften mit der Seekrankheit. Das Mittag- und das Abendessen traten kurz nach Einnahme den Rückweg an. Glücklich, wer dann in Reichweite einer WC-Schüssel war. Für ganz Eilige lagen überall die bekannten weissen Papiersäcke bereit. Die Einnahme der schiffseigenen Medikamente war eine Wohltat. Damit wurde die Beobachtung der mächtigen Wellen mit ihren gischtfliegenden Schaumkronen wieder zum Genuss. Beruhigend war, dass die heimtückische Seekrankheit nicht nur uns Reisende, sondern auch Mitglieder des Expeditionsteams und sogar einzelne Mitglieder der Schiffsbesatzung heimsuchte. So war man nicht ganz allein mit seinem Leiden als Landratte.

Stephan Bader

Stephan Bader

Klimatologe beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteo Schweiz)

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