Am nördlichsten Punkt unserer Reise

600 387 Jonas Gobeli

Heute ergab sich ein «Erholungstag», ideal um die vielen Eindrücke einzuordnen, Fotos zu sortieren und die Atmosphäre an Bord der MV Sea Spirit zu geniessen.

Am Vormittag fuhren wir die östlich gelegene Insel Kvitøya an. Die Insel ist grösstenteils mit einer Eiskappe bedeckt. Nur ein kleines Stück ist eisfrei – ein geschichtsträchtiger Ort, da dort die Andrée Expedition ein trauriges Ende fand. Der Schwede Salomon August Andrée und seine Begleiter versuchten im Jahr 1897 den Nordpol mit einem Ballon zu erreichen. Das Unterfangen scheiterte und die Männer konnten leider nicht gerettet werden. Erst ungefähr 30 Jahre später wurden die Hinterlassenschaften zufällig gefunden und der Ort erhielt den Namen Andréeneset.

Da dort eine Eisbären-Mutter mit zwei Kleinen am Strand ein Nickerchen hielt, konnten wir nicht an Land gehen. Stattdessen unternahmen wir eine Zodiac-Fahrt und konnten dabei einige Walrosse mit Jungtieren (!) beobachten.

Der Wind blies mit fast 40 Knoten und der Seegang war entsprechend stark. So verbrachten wir den restlichen Tag auf dem Schiff. Spannende Vorträge von unserem Fachreferenten Felix Blumer und dem Expeditionsteam sorgten für Abwechslung.

Zwischendurch passierten wir die kleinen Inseln Foynøya und Karl XII, die im Reiseführer als «das Ende der Welt» beschrieben sind. Dank schönem Wetter – aber rauer See – bot sich uns ein wunderschönes Panorama. Auf einer der Inseln sahen wir in der Ferne noch einmal einige Eisbären. Unterdessen steht unser offizieller «Eisbären-Zähler» bereits bei 20…

Im Verlauf des Abends passierten wir beim 81. Breitengrad den nördlichsten Punkt unserer Reise und genossen einmal mehr die Mitternachtssonne.

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