Sturm in Nuuk

600 397 Max Boxleitner

Was für ein Kontrast! Nach einem Sommermorgen in Kopenhagen, fühlen wir uns nach unserer Landung in Nuuk in den Winter zurückversetzt. Es erwarten uns Wind und Schneeregen. Sofort begreifen wir, dass wir im hohen Norden angekommen sind. Nach einem Erkundungsspaziergang und einem Besuch im Nationalmuseum der grönländischen Hauptstadt, sollte es eigentlich „Leinen los“ heissen, doch der Wind, der den Schneeregen mittlerweile horizontal durch den Hafen peitscht, hindert uns am Auslaufen. Der Wind nimmt immer mehr zu und wir lernen einen der Faktoren kennen, der das Leben der Grönländer zu jeder Zeit prägt: Die Abhängigkeit vom Wetter. Der Sturm hat mittlerweile Orkanstärke erreicht. Insgesamt fast drei Tage sitzen wir in Nuuk fest. Trotz der widrigen Bedingungen tut das Expeditionsteam alles, damit keine Langweile aufkommt. Bei Fachvorträgen und Darbietungen traditioneller Masken- und Trommeltänze lernen wir insbesondere viel über die Kultur und das Leben der Inuit. Werden wir bald auslaufen können? Die Antwort auf grönländisch lautet „imaka“ – vielleicht, vielleicht aber auch nicht… Wer in der Arktis reist, muss flexibel sein.  

 

Max Boxleitner
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Max Boxleitner

Max Boxleitner schliesst sein Studium der Geographie an den Universitäten St. Petersburg und Kiel ab. Seine Lehrzeit beinhaltet Studien in Geologie, Klimaforschung, Ozeanographie und Gletscherkunde. Aktuell arbeitet er am Geographischen Institut der Universität Zürich.

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